
Else Lasker-Schüler, eine jüdische Schriftstellerin, lebt in einer Zeit in Berlin, in der ihr die Stadt kein zu Hause bietet. Den Freiraum, den sie zum Leben und Arbeiten braucht, war in einer Hauptstadt der endenden Monarchie, der Weimarer Republik und des aufstrebenden Dritten Reiches nicht zu finden. Die Verneinung der Mutterrolle als ausschließlicher gesellschaftlicher Platz der Frau und die Ehe als alleinig akzeptierter Lebensraum, politische und religiöse Unterordnung - diese Zwänge waren ihr fremd und unverständlich. In ihren Gedichten leuchten ihre Gegenwelten und nicht gelebten Möglichkeiten auf, ihre Phantasiewelt hat eine Bitternis, die trotzdem in ihrer sprachlichen Schönheit und der Kraft ihrer Bilder atemberaubend ist.
Musik: Uli Kempendorff
Gedichte: Else Lasker-Schüler
Abendprogramm ca. 2 x 45 min oder 1 x 75 min oder Ausschnitte